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Titelthema, Synergetik News 2
Echte
umfassende Handlungskompetenz geschieht nur in einem Zustand von innerer
Freiheit, von wirklicher Wahlmöglichkeit in Bezug auf intensive Lebendigkeit:
Das Leben wahrnehmen wie es ist, um daraufimmer wieder individuell und
kreativ neu zu reagieren. Diese Freiheit ist so umfassend, daß sie
gleichzusetzen ist mit spielerischer Offenheit dem Leben gegenüber:
Nichts wird ausgeschlossen oder muß abgetrennt werden. Das Gegenteil
beinhaltet demzufolge Kampf und Abgrenzung, Isolation bis hin zu psychischen
Zwängen und körperlichen Krankheiten bzw. Tod. Echte Freiheit
beinhaltet daher auch Freiheit von Krankheiten. Oder anders formuliert:
Krankheiten sind immer Ausdruck von ungelebtem Leben, starren Lebensmustern
und sollten daher aufrütteln, um die eigene Handlungskompetenz zu
verbessern. Nur so lassen sich Krankheiten ursächlich heilen.
Die reine Symptombekämpfung verstärkt den alten Lebens-Bewältigungsstil,
der ja gerade zu Krankheiten geführt hat. Symptombekämpfung
ist immer unterlassene Hilfeleistung! Nur der eigene Wille, Krankheiten
zu überwinden, reicht allerdings nicht aus. Wille und Handlungskompetenz
sind zwei paar Schuhe: Man kann nicht willentlich ein schönes Bild
malen oder fröhlich sein, aber man kann willentlich die Entscheidung
treffen, sich auf den Weg zu machen und auf dem Weg zu bleiben, um sich
immer wieder den Momenten und Aspekten des Lebens neu zu stellen. So baut
sich Handlungskompetenz als tiefe Qualität auf. Genauso lassen sich
Krankheiten überwinden, indem der Klient speziell in der Synergetik
Therapie in seiner Innenwelt Lebendigkeit trainiert und alles abgespeicherte,
„verdrängte Leben“, willentlich bearbeitet.
Dies führt auf der einen Seite zu einer Veränderung der Innenwelt
und erzeugt gleichzeitig die Qualität der Handlungskompetenz. Innere
Selbstbefreiung geschieht und als „Belohnung“ bekommt der
Klient von der Existenz seine Symptomfreiheit. Dieser Zusammenhang ist
nicht philosophischer Natur, sondern Ergebnis der Erforschung der Innenwelten
von nahezu tausend Menschen in rund fünftausend Einzelsitzungen.
Diese gesunden bzw. mit Krankheitssymptomen belasteten Menschen erforschten,
in freilaufenden nicht vorgegebenen Wegen, die Funktionsweise ihrer Gehirne
und die Möglichkeiten der Veränderung ihrer Innenwelt durch
Synergetik Therapie.
Fazit: Sich der Welt, dem Leben, verschließen, erzeugt Krankheiten,
sich wieder öffnen macht gesund, heilt. Da die Welt sich nur im eigenen
Kopf abspielt, nur mit den eigenen Sinnen erfassbar ist, ist das Gehirn
der optimale Trainingsort für Heilung. In der Innenwelt wird wieder
mit allem was dort existiert Kontakt aufgenommen und tiefe Verbindung
geschieht. Dies ist nur durch den Menschen selbst möglich, durch
seine Handlungskompetenz, die genau dadurch ständig erhöht wird.
Umfassende Heilung, heil-werden, ganz-werden geschieht. Dies muß
jeder selbst tun, niemand kann dem Menschen diese eigene Befreiungsarbeit
abnehmen: Heilung kann niemals von Außen kommen. Ein erfahrener
Begleiter ist jedoch unerläßlich. Nur mit einer „aufgeräumten“
Innenwelt ist dann auch die erarbeitete individuelle Handlungskompetenz
in die äußere Welt zu übertragen. Dieser Prozeß
bedingt sich gegenseitig.
Immer mehr aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen diesen, im ersten
Moment, ungewöhnlich erscheinenden Zusammenhang auf: Heilung bedeutet
sich öffnen, Krankheiten entstehen durch ungelebtes, nicht verarbeitetes,
Leben. Die gesamte Richtung der Bekämpfung von Krankheiten, der Beseitigung
von Symptomen, führt in eine Sackgasse, die bestenfalls unter weiterer
Reduzierung von Lebendigkeit Symptomfreiheit gibt oder nur lebensverlängert
wirkt, gekoppelt mit weiterer Reduzierung der Lebensqualität.
In der Synergetik Therapie wird diese zentrale Eigenschaft des Menschen,
die Handlungskompetenz, entscheident gefördert. Sie steht immer im
Mittelpunkt, denn sie ist direkter Ausdruck von Freiheit und gibt potentiell
auch die Freiheit von Krankheiten und persönlichen Einschränkungen.
Heilung an sich kann man nicht direkt herstellen - es ist ein lebendiger
Prozeß. Man kann Heilung auch nicht willentlich beeinflussen: Der
Geist heilt, ist Unsinn. Wenn jemand sich in den Daumen schneidet, ist
es unwichtig, welche Weltanschauung er hat oder ob er an Heilung glaubt
- Selbstheilung geschieht von selbst.
Wir müssen der Schnittwunde auch nicht sagen, was und wie sie es
zu tun hat. Heilwerden ist ein ständiger natürlicher Vorgang
- wir können uns diesem Vorgang höchstens destruktiv in den
Weg stellen und Salz in die Wunde streuen. Der freie Wille des Menschen
hat die Macht, sich natürlichen evolutionären Vorgängen
in den Weg zu stellen. Über die Frage der menschlichen Willensfreiheit
ist schon immer in allen großen spirituellen und philosophischen
Traditionen nachgedacht worden. Unterschwellig wird Freiheit allerdings
auch mit viel Argwohn betrachtet, denn ihr Gebrauch ist mit dem Machtaspekt
verbunden, der unendliches Leid hervorrufen kann. Dieser Machtaspekt wird
z.B. ständig eingesetzt, um Krankheiten zu beherrschen und Symptome
zu unterdrücken. Der Wille will das Richtige tun - aber wie gesagt,
Heilung kann man nicht tun. Und so erreicht das willentliche Tun oftmals
das Gegenteil - der Patient (Patient heißt, der geduldig Wartende)
wird abhängiger.
Wie erreicht man echte Freiheit, ohne in den Zustand von Willkür
zu verfallen? Warum ist sie so wichtig?
Das pragmatische Leben fordert ständige Entscheidungen oder positiv
formuliert: Der Mensch hat ständige Wahlmöglichkeiten aus dem
kreativen Angebot des lebendigen Lebens, daß selbst einem ständigen
dynamischen Wandel unterliegt und jeder Einzelne gestaltet durch Rückkoppelung
- also seiner aktiven Beteiligung - diese Dynamik mit. Wir können
mechanisch, also nach eingefahrenen Mustern reagieren oder immer wieder
neu. Nur in persönlicher Freiheit ist ehrliches autentisches Leben
möglich, indem sich das Individuum jedesmal neu kreativ ausdrücken
kann - neu handeln kann. Doch wie kann das geschehen, wenn sogar Gehirnforscher
feststellen, daß der Mensch fast ausschließlich aus seinem
Unterbewußtsein reagiert - alte evolutionäre Programme wirken,
Erziehung bzw. Kultur, Prägungen und Vorschriften hinterlassen haben?
Benjamin Libet von der Uni California untersuchte die „freie Willensentscheidung“.
Er maß die Bereitschaftspotentiale im Gehirn, wie sie kurz vor einer
Willkürbewegung auftreten. Sie bilden sich etwa eine halbe Sekunde,
aber erst 0,2 Sekunden, vor der Ausführung wurden der Versuchsperson
überhaupt erst bewußt, daß sie diese Bewegung ausführen
wollte. Das Gehirn hatte schon vorbewußt entschieden, was getan
werden sollte und dem bewußten Willen der Person blieb gerade noch
genügend Zeit, sein Veto einzulegen und die Bewegung im letzten Moment
noch zu stoppen.
Schon Freud hatte seine Mitmenschen mit der Theorie des Unbewußten
dahingehend erschreckt, daß darin brodelnde Triebe wirken sollten.
Für den selbstbewußten Bürger war es wie eine Kränkung,
daß er nicht wirklich Herr in seinem eigenen Haus sein sollte. Die
Vorstellung, beherrscht zu sein von einer unbändigen Sexualität,
von dunklen Trieben, die wie in einem Kessel chaotisch brodelnd den Kern
des menschlichen Wesens ausmachen sollten - war für die prüde
viktorianische Zeit der Jahrhundertwende unerträglich. So erntete
Freud zuerst nur Hohn und Spott.
Auch in der heutigen Zeit ist es für die meisten Menschen, - für
das rationale Ich, für das EGO - eine Kränkung, daß jeder
Kranke seine Krankheit selbst erschaffen würde - der seelische Restmüll
desjenigen Lebens in der Tiefe des Gehirns „giftige Dämpfe
entwickele“ und im Körper Symptome produziere.
„Nein, Krankheiten macht das Schicksal oder die Gene! Der Kranke
ist das Opfer, das unsere Solidarität braucht“ - beharrt das
uneinsichtige rational pseudowissenschaftlich geprägte Kleinhirn.
Die meisten Menschen wissen was sie wollen - der Wille scheint gut ausgeprägt.
Und so können uns neue oder veränderte Situationen anziehen
oder abstoßen - wir öffnen oder verschließen uns. In
jeder Situation wäre daher eine Selbstbeobachtung notwendig, um diese
unbewußt wirkenden Programme aufzudecken, um dann den freiwerdenden
Handlungsspielraum zu nutzen, um jeweils in diesem neuen Kontext zu reagieren.
Dies verdeutlicht das ständige Dilemma der Freiheit: Schnelle und
spontane Reaktionen führen wiederum zu Konsequenzen, die in der Tragweite
nicht sofort zu überblicken sind. Von daher ist es einfacher, Spontanität
durch vernünftiges - also überlegtes - reflektorisches Handeln
zu ersetzen: Zu Wissen, was richtig und falsch ist, was einem guttut und
was man braucht wird überlebenswichtig. Der überwiegende Rückzug
in die linke Gehirnhälfte gibt Sicherheit, Ordnung, Orientierung
und schließt das irrationale, verrückte, unübersehbare
Leben nahezu aus.
Man lernt durch Erfahrung und bekommt einen mehr oder weniger umfangreichen
stabilen und erfolgversprechenden Erfahrungsschatz - ein komplexes Verhaltensmuster,
das einen befähigt, das Leben zu meistern. Der Mensch bekommt ein
Bild oder eine Meinung über sich, er bildet seine sog. Persönlichkeit
aus. Aus diesem Kontext reagiert er auf Druck der Umgebung oder versucht
andere zu motivieren, zu belehren - also aktiv mitzugestalten. Wobei er
üblicherweise anderen Menschen eine andere Persönlichkeit zugesteht
und daher die Toleranz aufbringt wahrzunehmen, daß jeder nach seinem
eigenen Willen leben darf, wenn es nur nicht zuviel stört: Jeder
ist seines eigenen Glückes Schmied, jeder soll so leben, wie er möchte.
Diese Freiheit ist jedoch eine sehr eingeschränkte Freiheit, da hinter
den individuellen Erfahrungen, die zu der individuellen Handlungskompetenz
führten, massive kulturelle und frühkindliche Prägungen
stecken. Diese sind, je massiver sie waren, tiefer verdrängt und
der linken Gehirnhälfte zur reflektorischen Bewertung nicht direkt
zugänglich. Solange ein normales Leben möglich ist und dies
wird immer am Durchschnitt gemessen oder als Persönlichkeitsvergleich
bewertet, wird die darin nicht enthaltene potentielle Freiheit nicht wahrgenommen.
Das Fehlen von echter Handlungskompetenz wird nicht vermißt. Treten
jedoch nicht integrierbare Ereignisse des Lebens auf (z.B. Beziehungschwierigkeiten,
Verlust, Krankheit, Tod), weil die eigene Handlungskompetenz und innere
Verarbeitung dazu nicht in der Lage ist, schiebt der Mensch diese Ereignisse
nicht auf sein Unvermögen, sondern projiziert sie auf das sog. Schicksal
oder „die Anderen sind schuld daran“. Diese Ereignisse oder
Schicksalsschläge liegen außerhalb seiner Beeinflussung - das
Leben ist grausam, ungerecht, nicht berechenbar, die Menschen auch. Es
berechtigt gleichzeitig weiterhin zu der angeblich richtigen Annahme,
sich noch mehr vor dem Leben zu schützen - sich noch mehr zu verschließen.
Wird diese Anschauung nicht gestört oder sogar aufgebrochen, verfestigt
sich das Gegenteil, der Glaube an die eigene Wahrnehmung als objektiv
richtig und stimmig. Gilt die persönliche Wahrnehumg für alle,
ist sie global gültig, dann gilt der Begriff Paranoia in der Sprache
der Psychiater. Das persönliche Denken und Fühlen gilt in Ausschließlichkeit,
die Identifizierung mit den eigenen Ideen ist übergroß und
Basis des Handelns.
Gibt es Schwierigkeiten, sind immer die Anderen schuld: Die Sündenböcke
werden benannt. Der Phobiker gibt der Brücke die Schuld, usw. Das
Leiden wird wie ein Gespenst empfunden, über das man keine Macht
mehr hat und das nichts mit dem übrigen Leben zu tun hat. Wenn sie
diesen Dämon meiden, so glauben sie, alles ist in Ordnung. Vermeidung
wird das angebliche Zauberwort: Allergiker richten sich eine eigene abgeschlossene
Welt ein...
Krankheitssymptome sind dann böse und feindlich, sind vielleicht
dummerweise vererbt oder man hat sich angesteckt.
Erstaunlicherweise unterstützen viele Schulmediziner diese Sichtweise
der Vermeidung und Abtrennung, denn eigentlich müßten Menschen
in Gesundheitsberufen besonders tiefe menschliche Qualitäten aufweisen
- oder wenigstens im Laufe der Zeit entwickeln - denn sie beschäftigen
sich ja täglich damit. Sie müßten in „Verbindung
gehen“ mit der ganzen Bandbreite des Lebens - des Lebendigen. Doch
das Gegenteil ist der Fall, Bekämpfung und Abtrennung ist die grundsätzliche
paranoide Richtung. Die persönliche Ebene ist mit dieser beruflichen
Sichtweise häufig identisch, Mediziner haben beispielsweise die höchste
Selbstmordrate, usw.
Echte innere Handlungskompetenz ist deshalb so wichtig, weil sie die wichtigste
Voraussetzung ist, um in den Zustand von Liebe und Freiheit zu kommen.
Nur aus diesem Seinszustand heraus ist individuelles Leben in seiner höchsten
Form möglich - ist echte mitmenschliche Hilfe möglich. Diese
Freiheit impliziert auch die höchstmögliche Form der Abwesenheit
von Krankheiten. Das Leben liegt offen da, der Mensch kann angstfrei reagieren
- alles fließt.
Doch viele Menschen in den westlichen Industrieländern können
ihren materiellen Wohlstand nicht genießen:
Angstkrankheiten haben eine steigende Tendenz, so daß der Psychologe
Prof. Wittchen, vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie,
die Neunziger plakativ zum Jahrzehnt der Angst erklärte. Einige seiner
Kollegen halten Ängste für eine neue Volkskrankheit.
„Wenn wesentliche Teile des Lebens undurchschaubar scheinen, führt
das zu einer Zunahme aller Angsterkrankungen“, äußerte
der Dresdner Angstforscher Prof. Jürgen Margraf. Seit der Wende leiden
15 Prozent aller Ostdeutschen unter massiven Angststörungen, doppelt
so viele wie im Westen, fand er heraus.
Handlungskompetenz in diesem gefährlichen Dschungel der äußeren
Freiheit muß erst noch trainiert werden.
Meistens wird der Begriff Liebe als höchster und wichtigster Ausdruck
des Menschen genannt. Jeder Pfarrer spricht darüber von der Kanzel
herab, jeder Dichter schwärmt davon, jeder Heiler stellt sie in den
Mittelpunkt: Liebe heilt! Doch wie erreicht man sie? Liebe heilt nicht
- Liebe ist der Zustand von Heil-sein, Ganz-sein. Doch wie dahinkommen?
Liebe Deine Feinde - doch keiner sagt, wie das geht. Der Anfangspunkt
von Liebe ist akzeptieren, nicht abtrennen, als Teil der Welt annehmen.
Tiefergehend bedeutet Liebe sich verbinden, die Wahrnehmung von der Verbindung
bis hin zur Sehnsucht, sich nach der vollkommenen Verbindung sehnen, die
Suche danach, die sehnsüchtige Suche nach der totalen Verbindung.
Menschen erreichen dies manchmal mit ihrem Partner, daher ist er so wertvoll
und wichtig, aber der Zustand von Liebe bedeutet mit allem verbunden sein.
Doch wieder bleibt die Frage:
Wie dahinkommen?
Im Unterbewußtsein des Menschen sind nicht nur alle seine Erfahrungen
gespeichert, sondern auch der Zugang zum „Rest der Welt“.
Das Unbewußte umfaßt in letzter Konsequenz alles Sein - und
der Prozeß der Rückeroberung dieses verloren geglaubten Teils
unseres Selbst ist gleichbedeutend einer Versöhnung mit allen Wesen,
Innen wie Außen. Dieser transpersonale Bereich des Unbewußten,
in dem die Rätsel des Lebens enthalten sind, wird schon immer von
den Weisheitsschulen und spirituellen Traditionen der unterschiedlichsten
Kulturen beschrieben - ist aber für die westliche rationale Denkweise
eine große Herausforderung. Der in den transpersonalen Bereichen
erlebte Inhalt wird ignoriert, gibt es nicht - wird abgetrennt. Spirituelle
Erfahrungen von vergangenen Leben, Dämonen der unterschiedlichsten
Art, Begegnungen mit dem Göttlichen, Engeln, Hellsichtigkeit, usw.,
werden als irrational abgetan. Menschen, die beispielsweise Stimmen hören,
bekommen als Hilfe zur Unterdrückung und Abtrennung Psychopharmaka.
In der Synergetik Therapie wird aber gerade dieser Bereich der symbolischen
Informationen als sehr wertvoll erlebt - die inneren autonomen Gestalten
repräsentieren Verbindungsqualitäten.
Meditation wird von immer mehr Menschen als das Zauberwort angesehen -
Bewußtseinserweiterung zu erlangen, um in diesem Zustand die Verbindung,
zu allem was existiert, wahrzunehmen - sich als Teil des Ganzen zu begreifen.
Doch auch sehr bewußte Menschen sterben an Krankheiten - irgend
etwas bleibt abgetrennt, kann damit nicht integriert werden, wirkt selbständig
weiter und zwingt den Menschen in den Tod. Freiheit bleibt auch hier nur
ein unvollständiger Zustand.
Als Kind ist der Mensch noch mit allem verbunden, es liebt den Schmetterling,
die Puppe, Mama und Papa - sein Gehirn arbeitet ständig im Alpha-Bereich
- es ist mit allem verbunden. Doch Kinder müssen erzogen werden -
denken die Eltern, sagt die Kirche, der Staat, die Philosophen. Sie werden
geprägt, konditioniert, notfalls geschlagen, mit Liebesentzug bestraft,
sie bekommen Werte vorgeschrieben und über die einsetzende Reflexionsfähigkeit
der linken Gehirnhälfte können sie dann später selbst die
Welt in Richtig und Falsch einteilen - das Gehirn arbeitet jetzt auch
im Betabereich. Dieser Bereich der logischen Erfassung der Welt, vernachlässigt
das paradoxe, widersprüchliche, spontane, lebendige Leben, es wird
häufig als irrational abgetan. Das gefährliche Leben muß
kontrollierbar sein, wird abgetrennt und muß beherrscht werden.
Es wird dem eigenen zielstrebigen Handelns untergeordnet. Wie komme ich
am schnellsten, effektivsten ans Ziel meiner Wünsche oder Vorstellungen?
Verhalten wird strategisch - wie kann man am besten das Leben meistern?
Doch das ungelebte Leben hat längst seine Spuren hinterlassen, Fehler
hinterlassen Symptome und breiten sich aus. Der einzelne kranke Mensch
wird nicht mehr wahrgenommen, sondern seine Symptome in Krankheitsbildern
geordnet. Dafür existieren aus der Erfahrung gewonnene statistisch
begründbare Behandlungsmethoden. Das Handeln wird wieder einem Spezialisten
überlassen, denn der Arzt hat mehr Kompetenz auf seinem Spezialgebiet
- doch nicht im Fachgebiet „Leben“, wie die Statistiken zeigen.
Ärzte haben ein elffach höheres Problem mit Alkoholmißbrauch,
die britischen Ärzte haben sogar eine doppelt so hohe Suizidrate
wie der Landesdurchschnitt. Jeder dritte Arzt ist dort krank und zeigt
psychische Auffälligkeiten. Eine Umfrage unter 1700 Berliner Assistenzärzten
ergab, daß nur ein Viertel von ihnen ein zweites Mal den Arztberuf
ergreifen würde.
Schon 1992 existierten 82 verschiedene medizinische Spezialberufe - die
Aufteilung wird immer differenzierter und die Übersicht geht verloren.
Der kranke Mensch hat nicht mehr seinen Arzt als Lebensberater. Er bekommt
nur noch seine Symptome - die Warnlampen des Lebens - weggemacht. Sie
werden wieder spezifisch isoliert, strategisch bekämpft, weggedrückt,
abgetrennt von der eigenen Person. Arzt und Patient sind sich hierin einig:
Symptome werden allgemein als böse und schädlich angesehen.
Eine riesige Gesundheitsindustrie, mit mehr Umsatz als die Autobranche,
forscht und arbeitet in diese Richtung der Abtrennung durch Bekämpfung.
Alle leben gut davon. Woher kommen Krankheiten?
Diese Frage interessiert nahezu niemand. Allgemeine Risikofaktoren zur
Krankheitsentstehung werden definiert. Sie sind so allgemein gehalten,
daß sie auf nahezu jeden und alles zutreffen: Ernährung, Umwelt,
Bewegung, Streß.
In der Herzmedizin starben 1996 über 400.000 Menschen an Herzkreislauf-Versagen.
Hier gelten speziellere Standardrisikofaktoren: hoher Blutdruck, erhöhte
Blutfettwerte (LDL-Chlesterin und Triglyceriden), Nikotin, Diabetes mellitus
und Übergewicht. Sie werden auch hier nicht weiter hinterfragt.
Doch vor kurzem hat die Bremer Gesundheitsprofessorin Annelie Keil in
einer Pilotstudie herausgefunden, daß dahinter Psychostreß
steht - das Leben selbst ist als der Hauptrisikofaktor erkannt worden.
Ungelebtes Leben, unverarbeitete und verdrängte Erlebnisse.
Der Harvardmediziner Dean Ornish revolutionierte Anfang der 90er Jahre
die Herzmedizin: Er konnte nachweisen, daß bei über 80 Prozent
auch schwer herzkranker Patienten der Prozeß der Arterienverkalkung
und -verengung ohne chirurgische Eingriffe oder medikamentöse Behandlung,
sondern ausschließlich aufgrund einer umfassenden Lebenssstiländerung
rückgängig gemacht und verbessert werden konnte. In seinem jüngsten
Buch „Love and Survival“ hat er nun ein Grundlagenwerk über
die wissenschaftlichen Hintergründe der Heilkraft der Liebe, Geborgenheit
und menschlicher Zuwendung, in der Medizin vorgelegt. Er sagt: „Es
kommt darauf an, daß wir unser Herz wirklich öffnen“.
Er nennt u.a. als therapeutische Hilfen Atem- und Entspannungsübungen.
„Es gibt unzählige Wege, auf denen wir das Einssein und die
Verbundenheit erfahren können. Für mich selbst waren beispielsweise
Yoga und Meditation sehr mächtige ‘Werkzeuge’ ...So zeigt
eine Harvard-Langzeitstudie, daß diejenigen Erwachsenen am ungesündesten
waren, die früher am wenigsten Geborgenheit erlebten“.
Die Synergetik Therapie Forschung kann diesen Zusammenhang bestätigen:
Bei nahezu allen Erkrankungen liegen massive Beschädigungen der Seele
in der Kindheit vor. Schon Kleinkinder speichern alle Erfahrungen der
Abtrennung wie Schockerlebnisse - sie fallen regelrecht aus ihrem Paradies
der Verbundenheit heraus. Erste massive Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster
werden gelegt. Der Körper reagiert mit Schlafstörungen und anderen
Symptomen. Wie wird ihnen geholfen?
Das wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen veröffentlichte
für 1991 folgende Zahlen: Rund 350.000 Kindern zwischen ein und vier
Jahren bekamen von deutschen Ärzten Schlafmittel verordnet. 200.000
Kids im gleichen Alter schlucken bereits regelmäßig Psychopharmaka.
Und das eigenständige Leben hat noch nicht einmal angefangen - viele
schmerzliche Entwicklungs- und Bewährungssituationen warten noch
auf den heranwachsenden Menschen. Verdrängung und Abschneidung von
der lebendigen Welt sind sogar kulturell erwünscht. Erziehung ist
die organisierte Macht der Erwachsenen gegenüber den Kindern - schulmedizinische
Bekämpfung der Symptome die organisierte Macht zur Unterdrückung
von Leben. Jedes Symptom hat seinen Hintergrund, seine eigene Sprache
der Mitteilung als Schrei der Seele. Es wird tatsächlich Leben unterdrückt
- lebendiger und ehrlicher Ausdruck der Seele auf der Körperebene.
Doch diese Form der Lebensenergie ist unerwünscht wie der Teufel
im Mittelalter - es macht Angst. Verständlicherweise will niemand
sein Krebsgeschwür, seine Schuppenflechte, seine Schlaflosigkeit.
So werden diese Symptome, wie der Teufel im Mittelalter bekämpft.
Aber kann man ihn austreiben? Kann man Krankheiten mit Medikamenten austreiben?
Medi-ca-mente heißt: wandle den Geist! Sind die Schulmediziner nicht
doch nur moderne Teufelsaustreiber: Das unerwünschte wird bekämpft
und verbannt. Bei jeder Brustkrebsoperation wird der Patientin mitgeteilt,
daß er wiederkommen kann. Lebensverlängerung heißt das
Zauberwort der Medizin. Von Heilung trauen sich ehrliche Mediziner nicht
zu sprechen. Symptombekämpfung mag sogar oftmals wie Erste Hilfe
überlebenswichtig sein - doch ist es nicht unterlassene Hilfeleistung,
wenn dann - wie üblich - nichts mehr geschieht?
Medikamente sind Symptombekämpfer - Ausschalter von Warnlampen. Mit
manchen Medikamenten haben wir so „gute“ Erfahrungen gemacht,
daß sie als positives Beispiel für Symptom-unterdrückung
Wegbereiter für diese Art der Abtrennung wirkten: Hundert Jahre Schmerzunterdrücker
Aspirin - weltweit werden mittlerweile 11 Milliarden Tabletten jährlich
verbraucht, 3500 wissenschaftliche Veröffentlichungen jährlich
preisen die universelle Einsetzbarkeit gegen verschiedene Leiden. Eine
US-Studie von 1995 legt nahe, 10 Jahre lang, wöchentlich vier bis
6 Tabletten einzunehmen, dann verringere sich das Risiko an Dickdarmkrebs
zu erkranken um 44 Prozent. Der spanische Wissenschaftler Dr. Enrich beobachtete
bei Zellkultur-Versuchen eine Hemmung des Wachstums von Tumorzellen. Mit
dem im Aspirin enthaltenen Wirkstoff Acetysalicylsäure wird eine
wirksame Waffe im Kampf gegen die meistgefürchtete Krankheit vermutet.
Abtrennung heißt auch hier das logische „Zauberwort“.
Bei Brustkrebs wird zur Zeit noch mechanisch die Brust abgetrennt. In
Zukunft sollen Behandlungen mit dem gentechnisch hergestellten Antikörper
„Herceptin“ durchgeführt werden - wöchentlich eine
Infusion. Die aktuelle Fersehwerbung für Aspirin lautet: „Dem
Schmerz den Weg versperren!“ Fazit auch hier: Das Böse will
uns erreichen, wir brauchen ihm doch nur den Weg versperren.
Bei Zwangskrankheiten - immerhin 1,5 Millionen Deutsche leiden unter den
inneren Anweisungen bestimmte Dinge zu kontrollieren - helfen Verhaltenstherapeuten
auch hier wieder mit einem Training zum richtigen Verhalten - der Auslöser
wird somit in Schach gehalten, bleibt abgetrennt. Die innere Stimme wird
nicht erforscht, akzeptiert, angenommen oder sogar geliebt. Liebe deine
Feinde, bleibt unerhöhrt.
Krankheiten werden von den meisten Menschen nicht als eigener Ausdruck
angesehen, geschweige denn akzeptiert oder geliebt. Der nicht mündige
Kranke projiziert sie auf das Schicksal, Esoteriker nennen es Karma, Medizin
- Forscher nehmen gern den Begriff der Gene. Er klingt wissenschaftlicher.
Sogar ein Bettnässer-Gen wurde mittlerweile entdeckt.
Im abendländischen Denken steckt tief verankert die Aufteilung der
Welt in Gut und Böse, Gott und Teufel, Richtig und Falsch. Jahrhundertelang
beherrschte dieses Denken die Köpfe der Menschen und prägt sie
somit noch heute. Um 1775 hatte der Jesuitenpater Gassner als Teufelsaustreiber
und Heiler einen ungeheuren Zulauf von Kranken. Er sah letztlich alle
Krankheiten und Beschwerden als vom Teufel und seinen Heerscharen verursacht
an. Er rief Christi an und dem von Kreuzeszeichen begleiteten Befehl,
der Teufel möge ausfahren. Über 200 Jahre später bilanzierte
der einstige Chef-Exeorzist, der Diözese Rom, Monsignore Balducci
genau 1,758640176 Milliarden Teufel seinen auf Menschenjagt. „Die
Existenz des Teufels ist keine Ansichtssache“, erklärte im
Januar 1999 Kardinal Estevez. Er veröffentlichte neue Vorschriften
zum Exeorzismus. „Gefallene Engel, machten die Menschen glauben,
daß sie Glück in Geld, Macht und fleischlicher Begierde finden“,
begründete Kardinal Estevez die überarbeitete Auflage, die auf
Initiative der deutschen Bischöfe vom Vatikan verkündet wurde
(Quelle: Fokus 6/1999 Der Teufel ist wieder los).
Die meisten Menschen werden nur lächeln können über diese
Sichtweise, doch ist das Denken der schulmedizinischen Wissenschaftler
nicht verdammt ähnlich? Hier wird oftmals das Böse einfach nur
auf die Gene projiziert. Schon heute kommt jedes 20. Medikament aus den
Gen-Labors. Die neue Generation der Medikamente verfolgen alle das gleiche
Ziel: Defekte, kranke Schlüsselgene dazu zu bringen, wieder normal
zu funktionieren. Der US-“Gen-Papst“ Craig Venter will bis
zum Jahr 2001 das komplette menschliche Erbgut entschlüsselt haben.
Sein Wunsch: Spätestens dann soll es keine schweren Krankheiten mehr
geben, gegen die die Gen-Forscher nicht das passende Mittel parat haben.
Erfolge mit der Symptomunterdrückung per Genpräparat scheinen
auch diese Denkrichtung wieder zu bestätigen. Beispiel: Herceptin
ist der erste, gentechnisch hergestellte, Antikörper, der in der
Krebsbehandlung eingesetzt wird. Zwei Studien führten jetzt zur Zulassung
des Medikamentes in den USA. Der Brustkrebsspezialist Prof. Dr. Eiermann
aus München war an ihnen beteiligt: „Im Gegensatz zur Chemotherapie,
die ihre Wirkung im ganzen Körper entfaltet, wirkt Herceptin direkt
in der Tumorzelle und blockiert dort ganz bestimmte Eiweißstoffe,
die das bösartige Wachstum der Tumore provozieren“.
Ja, wer setzt denn die teuflischen Eiweißstoffe in Gang? Wer steckt
denn dahinter? Teufel sind doch auch nur „gefallene Engel“.
Vielleicht doch der liebe Gott - die höchste Ordnung?
Die Molekularforscher haben längst die dem allgemeinen Krebsgeschehen
zugrunde liegenden Vorgänge analysiert und machen die „innere
Uhr“, die den Zellzyklus steuert, verantwortlich für die Entscheidung
zu vermehrten Zellteilungen: „Bei praktisch allen Krebsarten des
Menschen spielt diese Uhr offensichtlich verrückt, ja läuft
geradezu Amok“ - so die angesehene Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft,
Spezial: Krebsmedizin.
Die Informationsebene liefert anscheinend chaotische Signale - das Unterbewußtsein
grüßt. Das Gehirn als Sammelbecken aller Informationen liefert
die Hintergrund-Informationsebene für alle Symptome. In diesem gigantischen
Gehirnspeicher muß es Informationsstrukturen geben, die Krankheiten
auslösen - müssen sich Informationsmuster aufgebaut haben, die
aus dem Leben des erkrankten Menschen kommen, daß sie hohe, mitunter
sogar tödliche Wirkung entfalten. Es müssen abgetrennte Bereiche
sein, die verdrängtes Lebensmaterial enthalten: ungelebtes Leben.
Diese gilt es anzuschauen, wieder zu integrieren.
Sich verbinden heilt - am besten mit sich selbst. Dafür ist die Synergetik
Therapie da: In sich zu gehen und dort wahrnehmen, die Wahrheit-nehmen,
anschauen was ist - ist der erste Schritt n Richtung „annehmen und
lieben“. Der zweite Schritt ist ehrliche und direkte Auseinandesetzung
- da dies ein aktiver Schritt ist, ist die Qualität der Auseinandersetzung
auch direkt von der eigenen Handlungskompetenz abhängig. Der dritte
Schritt geschieht dann von selbst: Transformation der Informationsmuster
begleitet von tiefen Gefühlen der Annahme, - der Liebe. Praktisch
heißt dies z.B. , die Erinnerungen an den schlagenden Vater aktivieren
und sich aktiv - zum Beispiel durch „zurückschlagen“
- damit erneut auseinanderzusetzen, damit sich diese Erinnerungsbilder
energetisch verändern. Mentales Verzeihen ist ein Schritt in die
richtige Richtung, doch nicht tief genug - gerade dies gibt aber auch
eine beruhigende Scheinharmonie.
Liebe Deine Feinde, läßt sich nur über den notwendigen
Zwischenschritt der aktiven Auseinandersetzung erreichen - der „Feind“
ist der beste Trainingspartner. So ist z.B. der Krebs die größte
Herausforderung, die Lebensprogramme dringend zu überprüfen.
Den Boten für die Überbringung der Nachricht zu bestrafen, ist
anscheinend wie im Mittelalter immer noch üblich.
Wir müssen den Boten nicht lieben, aber um unsere Selbstheilungskräfte
zu aktivieren, müssen wir unsere Selbsthandlungskräfte aktivieren.
Liebe als Endzustand, Harmonie und Frieden, wird nur erreicht über
die notwendigen Zwischenschritte der aktiven Auseinandersetzung - alles
andere ist Scheinfrieden. Wenn der Körper stirbt, zeigt er energetisch
die Wahrheit des Trägers. Der Bewohner des Körpers - die Seele
will den Tempel verlassen.
In der Innenwelt ist es möglich, die Gründe herauszufinden und
die Seele zum Bleiben zu annimieren. Die Seele stellt dann häufig
neue klare Bedingungen, was durch den Klieten in seinem Leben geändert
werden muß.
Viele neue Methoden berücksichtigen nicht die konkreten individuellen
Hintergründe, die zu einer Krankheit geführt haben - die intern
abgespaltenen Anteile und Erinnerungen des Kranken. Diese ganzheitlichen
Methoden haben im Schwerpunkt ihres Wirkens seelische Aspekte, wie z.B.
Liebe, Verzeihen, innerer Frieden, Beten, Lachen, usw. Sie wirken daher
unspezifisch, aber heilender wie jede Symptomunterdrückungsmethode.
Dr. Bernard Siegel, Chirurg und Seminarleiter öffnete sein Herz für
die Kranken. Er betrachtet Heilung als „kreativen Gemeinschaftsakt“
von Arzt und Patient. Er hat vor über 10 Jahren schon ein Buch dazu
auf den Markt gebracht: Prognose Hoffnung: „Der Schlüssel zu
Ihrem wahren Wesen liegt in Ihrem Inneren. Lassen Sie die wunderbare innere
Intelligenz durch Sie sprechen. ...Das Leben ist voller Herausforderungen;
nutzen Sie sie, gehen Sie ihren Weg. Leben Sie Ihr eigenes Leben.“
In den USA wird er wie ein Filmstar verehrt, weil er ein neues Denken
in den Operationssaal bringt. Er betont immer wieder, daß jeder
Mensch seine Krankheit als Anstoß für inneres Wachstum begreifen
und sie überwinden kann. Sein Zaubermittel heißt Liebe - Liebe
zu sich selbst.
Er hat die identische Grundsichtweise wie in der Synergetik Therapie:
Aus Liebe zu sich selbst, anschauen was ist. Entwickelt werden kann diese
Liebe - so Dr. Bernie Siegel - durch das Hervorholen, Anschauen und Loslassen
der seelischen Verletzungen, die wir alle erlitten haben, deren Nebenwirkungen
die meisten Menschen aber so lange verdrängen, bis sie sich körperlich
manifestieren. Bernie Siegel empfiehlt dafür Einzeltherapie, aber
auch Austausch in der Gruppe: Visualisieren, Traumbeobachtung, Meditation,
Nächstenliebe zu praktizieren, indem man anderen hilft - aber ebenso
sich von Menschen zu trennen, die man nicht als unterstützend empfindet.
Schon ein anderer amerikanischer Arzt Dr. Carl Simonton wurde weltweit
für seinem Ansatz bekannt, sich mit dem Kranken zu verbünden
und ihm zu helfen, sich selbst zu helfen. Der Kranke - meistens Krebskranke
- mußte sich in Tiefenentspannung visuell die Wiedererlangung seiner
Gesundheit vorstellen. Simonton meinte in der Septemberausgabe von „esotera
1981“:
„Krankheit ist ein Produkt unserer
Lebensführung und unsere Lebensführung eine Folge unseres Bewußtseins
im weitesten Sinne. Wenn ein kennzeichnender Faktor des kranken Bewußtseins
die Disharmonie ist, muß ein gesundes Bewußtsein sich notwendigerweise
in Richtung auf Harmonie bewegen“.
Diese Harmonie herzustellen, geht einher mit der Handlungskompetenz des
Einzelnen in seinem Inneren, damit er in der Lage ist, sich selbst anzuschauen,
seine Innenwelt anzuschauen und dort aufzuräumen - sich aktiv dort
auseinander zusetzen.
Diese, für seine Gesundheit notwendige, Harmonie kann jeder selbst
herstellen und sich bei diesem Vorgang helfen lassen, denn helfen darf
Spaß machen! Der Spaß in der Therapie ist gleichbedeutend
mit dem Spaß, den das Leben macht. Und Spaß ist gesundheitsfördernd,
Spaß heilt, denn lachen ist der Aha-Effekt von Freiheit.
Diesen Zusammenhang, daß Heilung ein liebevoller Austausch und nicht
nur eine Geschäftsbeziehung sein sollte, hat schon vor knapp 30 Jahren
ebenfalls ein amerikanischer
Arzt in die Praxis umgesetzt. Er läuft z.Zt. als Filmheld PATCH ADAMS
über die Kinoleinwände, worin sein Werdegang und die Gründung
seines Gesundheitsinstituts aufgezeigt wird. Adams ist professioneller
Clown und Schauspieler. Er stellt auch die Verbindung als wichtiges Merkmal
von Gesundheit in den Mittelpunkt: Die Gesundheit des Einzelnen ist untrennbar
mit der Gesundheit der Familie, der Gemeinschaft und der Welt verbunden.
Er zeigt auf, daß mit Humor die Herzen der Kranken wieder geöffnet
werden können, für Liebe und Fürsorge. Ganz praktische
Seminare vermitteln diesen Aspekt auf der 10. Internationalen Konferenz
Humanistische Medizin, im Oktober 99, in Garmisch.
Liebe heilt - Patch Adams zeigt es auf seine Weise. In der Synergetik
Therapie kann es jeder Mensch auf seine Weise machen: In der Innenwelt
kann er sich wieder mit seiner Familie, der Gemeinschaft, der Welt und
den darin enthaltenen Geheimnissen verbinden - seinen Weg gehen. Leider
zahlt die Krankenkasse noch nicht. Auch bei „Lachtherapien“
dauerte es lange, doch in Großbritannien ist es jetzt so weit: Mit
900 Millionen Mark fördert der britische Gesundheitsminister Frank
Dobson jetzt Lachtherapie in Kliniken des staatlichen Gesundheitsdienstes
National Health Service (NHS). Lachtherapeuten sollen regelmäßig
auf die Stationen der Krankenhäuser kommen, um mit ausgewählten
Patienten ihre Späße zu treiben. Als Dosis sind Humoreinheiten
zwischen 30 und 60 Minuten geplant. Die britische Regierung verspricht
sich eine „nachprüfbare Wirkung auf den Krankenstand“.
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